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Mission
Impressionen aus Cochabamba
Die Seiten über unsere fünf Missionsstationen in Bolivien sind im Aufbau.
Als Übergang ein wahre Geschichte aus Cochabamba, eine Geschichte, die berührt...


Schwester M. Gundelinde Kunz, Regionalpriorin, erzählt:
... Einen lieben Besuch aus Innsbruck, der sich ganz besonders für unsere Altenherberge in Comarapa interessiert, durften wir für einige Tage sowohl in Comarapa, als auch hier in Cochabamba bei uns haben. Zu der Gruppe zählten ein Dominikanerpater, ein Arzt, eine Altenheimleiterin, eine Krankenschwester, zwei Altenpflegerinnen und eine Köchin.
Der junge Arzt - Spezialist in Transplantation von Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse - hatte ein eindrucksvolles Erlebnis auf unserer Plaza.
Ich möchte es hiermit wiedergeben:
Es war am Samstagnachmittag. Bei einem Gang über die Plaza bat der Arzt einen kleinen "Schuhputzer", ihm die Schuhe zu putzen. Interessiert schaute Dr. Bernhard den flinken Handlungen seines kleinen Arbeitnehmers zu und staunte nicht wenig über dessen "professionelle" Tüchtigkeit. Er war gerührt von dem ernsten und konzentrierten schmalen Knabengesicht. Doch da fiel sein Blick auf die von einem Ekzem bedeckten Hände, Arme und Hals.

Nachdenklich beugte er sich zu ihm herab, um die angegriffenen Wundstellen näher sehen zu können. Der Arzt war entsetzt. Mittlerweilen blinkten auch schon die Schuhe, und er legte einen ausgiebigen Lohn für seine gute Arbeit in die ausgestreckte Hand. "Und nun", sagte er zu seinem kleinen Freund, "setze Du Dich hier auf die Bank und gib mir deinen Platz auf dem Schemelchen, denn ich möchte nun Deine Schuhe ebenso sauber putzen wie Du es für mich getan hast."
Erstaunt und verwirrt schaute der kleine Schuhputzer seinen freundlichen Kunden an und setzte sich zögernd auf die Bank. Mit großem Eifer versuchte nun Dr. Bernhard mit Bürste, Wichse und Lappen es seinem kundigen Freund gleichzutun, was ihm allerdings nicht so leicht gelingen wollte. Jedoch ging es ihm ja gar nicht darum , sich auf eine kleine belustigende Kompetenz einzulassen, sondern währenddessen konnte Dr. Bernhard nun erfahren, dass der fleißige Schuhputzer Fernando heißt, 14 Jahre alt ist, dass er noch weitere fünf Geschwister hat und dass es ihm unmöglich sei, sich ärztlich behandeln zu lassen, weil er der Mutter mit seinem ohnehin spärlichen Einkommen helfen müsse. ...
Da legte Dr. Bernhard zum Abschied noch einen Geldschein in die verarbeitete Hand des verdutzten Knaben mit der Bitte, so bald wie möglich einen Arzt aufzusuchen, da das Ekzem nicht ungefährlich sei. Lange noch schaute Fernando seinem seltsamen guten Freund nach, der ihm besinnlich und wehmütig zurückwinkte.

Doch wie erstaunt war Dr. Bernhard, als er am andern Morgen vom Hotelportier an die Pforte gerufen wurde mit dem Bescheid, ein Junge möchte ihn sprechen.
Freudestrahlend zeigte Fernando ihm das vom Arzt verschriebene Rezept und in der andern Hand hielt er schon die Medikamente, die er noch am Vorabend gekauft hatte...
"Und hier", sagte der bescheiden Glückliche, "ist das Geld, das ich von den Medikamenten erübrigt habe", und damit reichte Fernando seinem Wohltäter den Rest des Betrages hin.
...
Ja, auch so etwas gibt es bei uns - und zwar gerade bei den Kleinen, den Armen und lauteren Herzens, denen "es der Himmlische Vater geoffenbart hat ....".
Inzwischen habe auch ich Fernando kennen gelernt, und es entstand mittlerweile eine kleine "Schuhputzergruppe", für die die Göttliche Vorsehung durch gütige Menschen über Meere hinweg materielle Hilfe zuteil kommen lässt...